Polarity und Anwendungen

Polarity und Anwendungen

Leben ist Energie in Bewegung.

Dr. R. Stone

Im Polarity-Modell von Dr. Stone und weiteren komplementärmedizinischen Ansätzen ist die Grundlage aller körperlichen Funktionen ein Energiesystem, welches diese belebt und aufrecht erhält.

Damit Energie sich bewegen kann, braucht es zwei Pole welche miteinander in Verbindung sind.

Diese Dynamik kennen wir vom Stromkreis in welchem die elektrische Energie nur genutzt werden kann, wenn die beiden Pole verbunden sind, der Stromkreis also geschlossen ist.

Beispiele polarer Verbindungen in unserem Leben sind:

Oben und unten, rechts und links, vorne und hinten, innen und aussen, weiblich und männlich, Tag und Nacht, schön und hässlich, warm und kalt, gut und schlecht, angenehm und unangenehm, fröhlich und traurig…

Durch unsere Prägungen, Erziehung, Glaubens- und Wertemuster stecken wir oft im Dilemma. Wir möchten etwas, «einen Pol» und lehnen etwas, «den anderen Pol» ab. Durch diese Dynamik entsteht eine Blockade, der Energiefluss zwischen den beiden Polen ist unterbrochen. Wir leben in einer polaren, dualen Welt, es gibt immer zwei Seiten. Erst wenn wir beide Seiten annehmen können, sind wir im Fluss.

Polarity bietet die Einladung
vom entweder oder, zum sowohl als auch.

Wenn es uns gelingt, die beiden Pole zu verbinden, schöpfen wir Energie und bleiben im Fluss.

Durch die Verbindung der beiden Pole entsteht ein dritter Pol, die Mitte, das Neutrale, der Ort der Stille und Ruhe.

An diesem Ort öffnet sich ein neuer Raum, zeigen sich neue Möglichkeiten. Es ist ein Ort, an welchem keine Spannung mehr herrscht, die Mitte fühlt sich leicht an.

Da Leben Energie in Bewegung ist, bleibt auch dieser Ort nicht beständig, sondern die Energie fliesst wieder nach aussen bis an den Ort ihrer grössten Ausdehnung, an welchem sie sich dann wieder zur Quelle zurückzieht. Es ist ein stetiges Ausdehnen und Zusammenziehen, eine Pulsation.

Diese Pulsation ist auch im Herzschlag, im Atemrhythmus, im Tagesrhythmus, in den Jahreszeiten wie auch im Lebenszyklus erkennbar.

Das Leben ist ein beständiges Gehen im Labyrinth: ankommen und aufbrechen, zur Mitte finden und sie wieder verlassen. Sich wenden müssen und doch immer weiterkommen.

Gernot Candolini

Dr. Stone hat viele Energietafeln entwickelt, in welchen die Energieströme im Körper gezeigt werden.

Anhand dieser Tafeln können unterbrochene, blockierte Verbindungen wieder verbunden, aktiviert werden, indem die Kontakte mit Hilfe der beiden Hände des Therapeuten gemacht werden. Dies ist vergleichbar mit einem Überbrückungskabel, welches bei Motoren, welche nicht alleine aufstarten, eingesetzt wird. Diese Arbeit findet im Sitzen, Stehen oder häufig auch auf einer Massageliege statt. Es wird mit drei unterschiedlichen Berührungsqualitäten gearbeitet, welche ergänzend angewendet werden.

  • sehr ruhige feine Kontakte, um die Energie der Mitte zu unterstützen
  • leichte bis stärkere, aktivierende Bewegungen, um die Energie der Ausdehnung, Expansion zu unterstützen
  • klarer Druck, um die Energie, welche sich verfestigt hat und stecken geblieben ist, wieder in Bewegung zu bringen, damit sie zurück zur Mitte fliessen kann.

Gemäss dem Polaritätsgesetz vertraue ich darauf, dass nebst dem Problem auch die Lösung in jeder Person vorhanden ist. Nicht ich weiss die Lösung, sondern sie offenbart sich durch die Bewegung der Energie.

Ergänzend zu den Behandlungen können Ernährungsgewohnheiten angeschaut werden. Die Nahrung beeinflusst den Energiefluss massgeblich.

Als weitere Selbsthilfemöglichkeiten werden nach Wunsch für die Person angemessene Polarity-Yoga-Übungen vermittelt.

Die Arbeit mit den Elementen

Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Diese Elemente versorgen die Körperstrukturen und beeinflussen auch unser Fühlen und Denken. Auch in der Astrologie sind diese Elemente zu finden. So hat Dr. Stone ein System entwickelt, mit dem über den Körper mit dem Involutionsprozess, dem Absteigen der Energie in die Materie, dem sogenannten Formativen Prozess, gearbeitet werden kann. Es ist auch möglich, mit dem individuellen Horoskop über den Körper zu arbeiten.

Dieser Formative Prozess wird auch in der Formativen Psychologie angewendet. Hier wird beleuchtet, ob eine Person durch alle Elemente ihre Prozesse begleiten kann. Konkret heisst dies zusammengefasst:

Hat sie genügend Raum (Äther) um ihre Ideen (Luft) zu empfangen? Kann sie diese in die Handlung (Feuer) bringen und dabei ihre Gefühle (Wasser) wahrnehmen und es zum Abschluss, Erfolg (Erde) bringen? Oder gibt es Elemente, welche bevorzugt oder vermieden werden? Wie steht eine Person zu den einzelnen Elementen? Welche Elemente vermitteln Sicherheit, sind vertraut und welche sind bedrohlich oder fremd? Gemäss dem Prinzip «Leben ist Energie in Bewegung» folgt nach jedem Formativen Prozess auch die Gegenbewegung, das heisst die Bewegung von der Erde zurück zum Äther. Wir müssen alles was wir erschaffen haben, auch irgendwann wieder loslassen. Diesen Prozess erleben wir in jedem Jahreszyklus mit dem Aufblühen und Zurückziehen der Natur.

Die fünf Elemente können auch durch Klangarbeit aktiviert und harmonisiert werden. Je nach Situation und Bedürfnis werden sie auch in der Ernährung angeschaut. Die Nahrungsmittel können in diese Elemente eingeteilt werden. Ebenso können Polarity-Yoga-Übungen als unterstützende Massnahme eingesetzt werden, um den Energiefluss zu fördern. Diese Übungen sind sehr kraftvolle Selbsthilfe-Möglichkeiten, welche einfach sind und spezifisch vermittelt werden.

Der edukative Aspekt ist mir ein grosses Anliegen,

um die Selbstkompetenz der Menschen, mit denen ich arbeite, zu fördern. Ich sehe meine Arbeit als Hilfe zur Selbsthilfe und freue mich immer wieder, miterleben zu dürfen, was alles möglich ist, wenn Personen die Zusammenhänge verstehen und somit sich selbst immer besser erkennen und bewusste Entscheidungen treffen können. Ich arbeite ressourcen- und lösungsorientiert und gehe mit dem, was sich zeigt.

Gemäss dem Polaritätsgesetz vertraue ich darauf, dass nebst dem Problem auch die Lösung in jeder Person vorhanden ist. Nicht ich weiss die Lösung, sondern sie offenbart sich durch die Bewegung der Energie.

Hier ein praktisches Beispiel, wie das Polarity-Prinzip in der Therapie angewendet wird und im Alltag weiter gepflegt werden kann.

Es werden folgende polaren Beziehungen erkundet:

Oben – unten

Himmel und Erde, dies ist die Achse der Würde. Ich richte mich auf, die Wirbelsäule wird gelängt und meine Mittelachse wird präsent.

  • Stehen meine Füsse auf dem Boden, merke ich wie mich die Erde trägt, wie ich mich tragen lassen kann, spüre ich meine Wurzeln, darf ich mich in die Erde ausdehnen?
  • Spüre ich die Weite und Offenheit nach oben und wie mich der Himmel durchflutet?
  • Erlaube ich dieser Energie, in mich einzuströmen?
  • Darf ich mich öffnen und aufnehmen?
Rechts – links

Ich dehne mich aus meiner Mitte in den Raum aus, es ist die Achse der Beziehung.

  • Darf ich mich ausdehnen und öffnen?
  • Darf ich mir Raum nehmen?
  • Darf ich nach dem greifen, was mich anzieht?
  • Darf ich mir holen, was ich möchte?
Vorne – hinten

Zukunft vorne und Vergangenheit hinten, dies ist die Zeitachse.

  • Wie ist mein Körper ausgerichtet?
  • Lehne ich mich nach hinten und halte an der Vergangenheit fest, suche dort Halt?
  • Oder bin ich schon in der Zukunft nach vorne auf dem Sprung?
  • Kann ich genau dazwischen in der Gegenwart sein und bin so im Gleichgewicht, aus welchem mir alle Möglichkeiten offen stehen?
Innen – aussen

Ich und mein Umfeld.

  • Wie gross ist mein Raum und wo beginnt der Raum meines Umfeldes?
  • Wo ist die Linie, an welcher sich die beiden Pole treffen?
  • Was möchte ich? Was sind die Bedürfnisse meines Umfelds?

Diese Interaktion ist wohl die spannendste wie auch die herausforderndste. Oft wird hier das «Entweder-oder» gelebt. Wenn es uns gelingt, die Verbindung sowohl nach innen wie nach aussen zu pflegen, findet Pulsation statt. Dieser Prozess bietet die Möglichkeit den verbindenden, gemeinsamen Raum, den dritten Pol, gemeinsam zu finden.

Ist diese Verbindung wohl das Urbedürfnis von uns Menschen, in welcher wir nährende, berührende Verbindung, und Liebe sowohl nach innen wie nach aussen erfahren dürfen?

Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns.

Rumi

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Aristoteles

Die Behandlungen ersetzen keine ärztlichen Konsultationen.